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Liedertafel beeindruckte mit „Krönungsmesse“

Zu Ehren von Christus

Viele Besucher aus der gesamten Region sind am Samstag zum Vorabendgottesdienst für das Fest Christkönig in die Wallfahrtskirche von Haindling gekommen, den die Liedertafel Geiselhöring mit der sogenannten „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart gestaltete. In diesem Rahmen gedachte die Chorgemeinschaft ihrer verstorbenen Mitglieder, insbesondere ihres langjährigen Leiters Manfred Plomer.

Zugleich sollte das Hochfest Christkönig als Abschluss des Kirchenjahres besonders würdevoll begangen werden. Die „Krönungsmesse“ in C-Dur ist eine festliche und prachtvolle Komposition, die Mozart im Jahr 1779 für das Osterfest im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Colloredo komponiert hat. Sie ist wohl das Beste, was Mozart im damaligen Stil und unter den sehr strengen Vorgaben des Erzbischofs bezüglich Dauer, Aufwand und Komplexität leisten konnte. Deshalb enthält die  Krönungsmesse“ beispielsweise auch keine aufwendigen Fugen und auch die instrumentale Besetzung war im Wesentlichen festgelegt.

Bereits zwei Wochen vor Ostern, am 23. März 1779, setzte Mozart den letzten Federstrich auf das Notenpapier. Die Erstaufführung fand beim festlichen Oster-Gottesdienst im Salzburger Dom statt, wobei dort natürlich niemand gekrönt wurde. Den Titel „Krönungsmesse“ erhielt nämlich die Messe in Hofkreisen erst durch ihre Aufführungen bei kaiserlichen Krönungszeremonien in Wien in den Jahren 1790 und 1791. Das Werk zeichnet sich durch eine Mischung aus intim-lyrischen Momenten, kraftvollen Chören und strahlenden Orchesterpassagen aus. Chor und Orchester musizierten gemeinsam bei der Aufführung in Haindling zeigte der Chor der Liedertafel unter der Leitung von Dorothea Schott, die die Singgemeinschaft seit zwei Jahren als Nachfolgerin von Manfred Plomer führt, dass sie durchaus auch anspruchsvolle musikalische Werke meistern kann. Aufmerksam dem Dirigat der Leiterin folgend, gelang den Sängern so eine wirklich eindrucksvolle Aufführung.

Instrumental unterstützt wurde der Chor dabei einfühlsam von einer Orchestergruppe und Eva Kajanne an der mobilen Orgel. Ein besonderer Hörgenuss waren die Solopassagen, etwa im Benedictus oder zu Beginn des Agnus Dei, die Edina Bräu (Sopran), Andrea Hartauer (Alt), Hermann Wocheslander (Tenor) und Martin Schott (Bass) übernahmen und dabei ihre gesangliche Klasse unter Beweis stellten. Ein weiteres bekanntes und äußerst beliebtes Werk von Mozart erklang beim Gottesdienst in Haindling passend zur Kommunionausteilung: „Ave verum corpus“. Mozart komponierte die innige Motette mit Orchesterbegleitung knapp ein halbes Jahr vor seinem Tod 1791 im Alter von 35 Jahren. Sie war wahrscheinlich für das Fronleichnamsfest im gleichen Jahr in Baden bei Wien bestimmt.

Pfarrvikar Peter Chettaniyil, der für die Aufführung Umstellungen im Chorraum genehmigt hatte, sprach der Liedertafel Dank für dieses „musikalische Geschenk“ zum Christkönigsfest aus und die Gottesdienstbesucher würdigten am Schluss die musikalische Leistung mit lang anhaltendem Beifall.

Foto: Alois Hauner

Flyer

"Krönungsmesse | Mozart"

Die Liedertafel sang in der Haindlinger Wallfahrtskirche die „Krönungsmesse“ von Mozart.